Im Palais Rothschild in Wien richteten die Nationalsozialisten 1938 eine Zentrale zur Verfolgung jüdischer Menschen ein. Florian Wenninger erklärt, wie Adolf Eichmann und seine Mitarbeiter die Vertreibung und Deportation organisierten, was aus den Tätern nach 1945 wurde und warum die Geschichte dieses Ortes mitten in Wien bis heute wichtig ist.
Heute steht hier die Arbeiterkammer Wien. Doch nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 richteten die Nationalsozialisten im Palais Albert Rothschild eine Zentrale zur Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein.
Die sogenannte Zentralstelle für jüdische Auswanderung war Teil eines Systems, das Menschen entrechtete, zur Flucht zwang, ihres Besitzes beraubte und später Deportationen organisierte. Eine zentrale Rolle spielte Adolf Eichmann, dessen Wiener Apparat auch über Österreich hinaus Bedeutung erlangte.
Wie funktionierte diese Zentralstelle? Wie wurde aus erzwungener Auswanderung Deportation? Und was geschah mit den Menschen, die diesen Terror organisierten?
Markus Hasenberger spricht mit Florian Wenninger, dem Leiter des Instituts für Historische Sozialforschung, über das Palais Rothschild, Adolf Eichmann und die Geschichte eines Ortes mitten in Wien, an dem NS-Verbrechen bürokratisch organisiert wurden.
Außerdem geht es um die Familie Rothschild, die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung, die juristische Aufarbeitung nach 1945 und die Frage, warum die Erinnerung an diesen Ort heute wichtig ist.
Weitere Informationen zur Dauerausstellung „Schaltstelle des Terrors“.